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23.11.01 im www.pfaffenhofenerkurier.de
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| "DSL-Leitungen sollten ähnliche Prioritäten wie Erdgasleitungen haben" |
Pfaffenhofen. Die Versorgung mit schnellen Internetleitungen im Landkreis Pfaffenhofen sollte eine ähnliche Priorität haben wie der Ausbau von Erdgasleitungen. So lautete das Fazit einer Informationsveranstaltung des Bürgernetzvereins Landkreis Pfaffenhofen im Haus der Begegnung. Rund 100 Besucher fanden sich zum Infoabend mit dem Thema "www.paf-dsl.de - Internet schnell und günstig für alle" ein. Mit einer so großen Resonanz hatte der Bürgernetzverein jedoch nicht gerechnet und so musste ein Teil der Besucher auf dem Flur stehen, um der Diskussion folgen zu können. Auch die beiden Vertreter der Deutschen Telekom zeigten sich beeindruckt über das große Besucherinteresse an diesem fast dreistündigen Infoabend. Selbst wenn die Telekom den bis Ende 2002 geplanten Ausbau der ADSL-Technik einhalten würde, könnten nach derzeitigem Stand knapp 30 Prozent der Haushalte und Gewerbetreibenden im Landkreis den schnellen und preiswerten Intergangzugang immer noch nicht nutzen, erklärte Jörg Bucher, Aktionsleiter und vhs-Kursleiter, die Motive für die Aktion und den Informationsabend. "Das ist zuviel", erklärte der Ernsgadener Bürgermeister Karl Huber und erzählte von der Ausbauproblematik seiner Gemeinde. Die DSL-Technik sei ein überaus wichtiger Standortfaktor für den Landkreis und die Gemeinden, fügte er hinzu und appellierte an Telekom-Manager Dieter Salge von der Niederlassung Traunstein, die Bemühungen in einen flächendeckenden Ausbau zu verstärken. Dieter Salge erläuterte in seinem Vortrag u.a. die notwendige Anschlusstechnik sowie die Vor- und Nachteile von alternativen Zugangswegen wie Stromkabel, TV-Kabel, Satellit, die zum Teil mit den Telekom-Produkten konkurrieren. Zudem wurde die Gebührenzusammensetzung nochmals erklärt. So wird zwar sowohl die ISDN- als auch die DSL-Leitungs-Technik gegen einen geringen Aufpreis in der Regel von der Telekom bereitgestellt, aber der Surfer kann sich dennoch frei für einen anderen Internetanbieter entscheiden. Und anstatt die Onlinekosten im "Doppelpack" von T-Online abrechnen zu lassen, können auch alternative Anbieter, deren Flatrates deutlich günstiger sind, genutzt werden. Es wurde jedoch in der Diskussion deutlich, dass die Telekom im Jahre 2002 zwar alle Vermittlungsstellen im Landkreis mit der DSL-Technik ausgebaut haben werde, eine flächendeckende Überplanung sei aber nur mit Hilfe neuer Techniken bis frühestens Mitte 2002 möglich. Aber auch dann werde man sich für den erweiterten Ausbau nur in den Orten entscheiden, in denen man 50 bis 100 DSL-Teilnehmer erwarten kann. Zum Schluss wies Jörg Bucher darauf hin, dass mitlerweile auch der bayerische Bürgernetz-Dachverband zentrale Aktivitäten gestartet habe, um günstige DSL-/Flaterate-Konditionen für alle Vereinsmitglieder aushandeln zu können. Außerdem könnten sich alle Interessierten über einen Newsletter auf der Homepage www.paf-dsl.de über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten. Die Veranstalter freuten sich zwar, dass viele Leute ein sehr deutliches Interesse am DSL-Aubau gezeigt hatten, waren aber von der geringen Präsenz von Kommunalpolitikern überrascht. Neben dem Ernsgadener Bürgermeister Karl Huber waren nur zwei Gemeindevertreter aus Reichertshausen und Hohenwart auf dem Informationsabend vertreten. Das Thema sei der Öffentlichkeit und den Politikern wohl noch nicht so bewusst. "Wir müssen klar machen, dass die flächendeckende Versorgung mit schnellen Internetleitungen in einer Gemeinde eine ähnliche Priorität hat, wie der Ausbau von Erdgasleitungen", erklärte ein Mitglied des Bürgernetzvereins. |
erstellt am
23.11.2001
Jörg Bucher
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