Artikel
07.05.02 im www.pfaffenhofenerkurier.de
hier zum Original
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Entwurf
T-DSL: Weiterer Ausbau
im Landkreis wohl nicht vor 2003
Pfaffenhofen. Mit Ablauf des Monats April hat die Telekom den
für 2002 geplanten DSL-Ausbau im Landkreis mit Ausnahme von
Hohenwart (erst im August) rechtzeitig fertig gestellt. Damit
steht nach Berechnungen des Bürgernetzvereins nun etwa 70
Prozent der Landkreishaushalte der neue schnelle Internetzugang
zur Verfügung.
Nachdem die Telekom die DSL-Modems seit 1. Januar dieses Jahres
nicht mehr kostenlos abgibt, gibt es für diesen Personenkreis ab
1. Mai nun doch stark subventionierte DSL-Hardware (ab 20 Euro)
auf dem freien Markt. Für T-DSL-Neuanträge erhöht die Telekom
ab 1. Juli die Einrichtgebühr von bisher 51 auf 75 Euro;.
Weitere Bürgernetz-Infos zur DSL-Entwicklung gibt es unter
www.paf-dsl.de.
Die "restlichen" 30 Prozent mit insgesamt ca. 12 000
Haushalten werden sich allerdings weiter in Geduld üben müssen.
Vor allem der südliche Landkreis bzw. entlegene Ortsteile, wie
z.B. Ernsgaden, sind benachteiligt. Auch ein Treffen im
Landratsamt Pfaffenhofen zwischen Vertretern der zuständigen
technischen Telekom-Niederlassung aus Rosenheim und Vertretern
des Bürgernetzvereins und dem e-Markt brachte nicht die erhoffte
Wende. Wie Niederlassungsleiter Joachim Jung auch in Anwesenheit
von Landrat Rudi Engelhard deutlich machte, sei ein weiterer
Ausbau im Landkreis mit der neuen abgesetzten
DSL-Vermittlungstechnik (größere Reichweiten-Erschließung
über Mini-DSLam's) für das Jahr 2002 "definitiv nicht
drin".
Daran könne auch die begrüßenswert hohe Zahl der Antragsteller
(550 Anträge) aus der T-DSL-Aktion des Bürgernetzvereins seit
Jahresbeginn nichts ändern, weil letztendlich die neue Technik
noch nicht kostengünstig genug sei. Bei gleichem
Investitionsvolumen könne die Telekom mit dem Einbau
herkömmlicher DSL-Technik in die vorhandenen Vermittlungsstellen
nach wie vor weit mehr Internet-Nutzer im Zentrum einer Gemeinde
anschalten als mit der abgesetzten DSL-Technik außerhalb der
DSL-Reichweite (ca. drei Kilometer).
Erst wenn sich die DSL-Nachfrage noch stärker entwickle bzw.
damit die Preise für die Anschaffung der neuen DSL-Technik
billiger werden, könne man · frühestens 2003 · einen
wirtschaftlich vertretbaren Ausbau in den Randgebieten beginnen.
Jung geht davon aus, dass er dem Bürgernetzverein bereits bis
Juli Informationen über Ergebnisse der zentralen Planungen für
2003 zukommen lassen könne. Der jetzige Ausbaustand diene für
eine gute DSL-Grundversorgung zu sehr günstigen Preisen (sieben
Euro; monatlicher Aufpreis), ohne den Anspruch auf
Flächendeckung erheben zu wollen, ergänzte sein Kollege
Karl-Heinz Heilmeier vom Kundenvertrieb. Ein Standortnachteil
für Firmen im Landkreis sehe er nicht, da die Telekom über die
DSL-Technik via Satellit jeden Standort erreiche bzw. jederzeit
auch individuelle Breitband-Leitungen dahin schalten könne.
Allerdings eben auch zu teils deutlich höheren Preisen.
Trotz eines guten Gesprächsklimas stand das Treffen aus Sicht
des Bürgernetzvereins unter einem ungünstigen Stern: Der Leiter
der Bürgernetzaktion, Jörg Bucher, hatte im Vorfeld vom
Telekom-Lieferanten ECI Telecom, zugleich Mitbewerber der Firma
Siemens, ein zahlenmäßig und preislich konkretes Konzept zur
DSL-Reichweitenerhöhung auf Kuperdrahtbasis aus den
Antragszahlen der Gemeinden Reichertshausen, Scheyern und
Ilmmünster als Musterlösung für die südlichen
Landkreisgemeinden erstellen lassen. Dieses Konzept sollte
eigentlich in dem Treffen mit der Telekom eine fundierte
Diskussionsgrundlage zum besseren Verständnis der gegenseitigen
Argumente bilden. Leider lehnten die Telekom-Vertreter diese
Gesprächs-Konstallation ab und begründeten dies damit, daß sie
sich grundsätzlich nicht mit Kunden und zugleich mit ihren
Lieferanten an einen Tisch setzen würde, so daß die Vertreter
von ECI Telekom wieder ausgeladen werden müßten.
"Mein persönlicher Eindruck ist, daß es bei der
Telekom-Strategie zur Zeit immer noch mehr um die Absicherung
einer quasi Monopolstellung in einem wichtigen Zukunftsmarkt
geht, und weniger um die effiziente und wirtschaftliche Bedienung
der Kundenwünsche", so Buchers Einschätzung.
Ein weiteres Indiz, daß im flächendeckenden Ausbau nicht nur
streng wirtschaftliche Kriterien angelegt werden, zeigt laut
Bucher auch die ausweichende Antwort der Rosenheimer
Niederlassung: "Auf unsere Anfrage hin, wieviele
DSL-Anträge wir denn nun noch konkret aus unseren Landkreis-
Gemeinden "aquirieren" müßten, damit sich für die
Telekom der Ausbau der neuen Technik rechnet, wurden wir um
Verständnis gebeten, dass man uns keine Schwellwerte für einen
Einstieg in die Versorgung mit Mini-DSLAM liefern könne."
erstellt am
15.05.2002
Jörg Bucher
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