Artikel
23.10.02 im www.pfaffenhofenerkurier.de
hier zum Original
"T-DSL light": Das Warten hat bald ein Ende
Pfaffenhofen
"Es gibt kein Produkt mit dem Namen T-DSL-Light!", so
die Deutsche Telekom beim Start der landkreisweiten
Bürgernetzaktion "Internet schnell und günstig für alle
im Landkreis" im Herbst 2001. Bei der Aktion hatten sich bis
zum Januar ein halbes Tausend Internetznutzer aus dem Landkreis
für einen DSL-Anschluss unter www.paf-dsl.de
angemeldet. Aber bei lediglich 120 Haushalten konnte er auch
tatsächlich installiert werden. Der "Rest" wurde trotz
intensiver Bemühungen und Gesprächen des Bürgernetzvereins und
des Büros Landrat mit der zuständigen technischen Niederlassung
in Rosenheim enttäuscht, weil die Entfernung vom Antragsteller
zur jeweiligen Telekom-Vermittlungsstelle in den einzelnen
Gemeinden zu groß war. Für den Ausbau mit neuen Techniken zur
Reichweitenerhöhung (maximale Reichweite bisher etwa 3,5
Kilometer) war erst recht kein Geld da.
Die drahtlose Internet-Technik, welche im Sommer zusammen mit dem
Bürgernetzverein im südlichen Landkreis vorgestellt und
forciert wurde, zeigte zwar eine Alternative auf, aber nicht für
die Masse, weil die drahtlose Hardware nicht so billig ist wie
die DSL-Hardware zur Zeit, die zum Teil von einigen DSL-Providern
im Bundle sogar zum Nulltarif angeboten wird (mehr siehe www.paf-dsl.de). Immerhin stehen aber seitdem sechs drahtlose
Basisstationen in den Orten Rohrbach, Uttenhofen, Pfaffenhofen,
Hettenshausen, Ilmmünster, Reichertshausen. In Scheyern will
sich der gemeindliche Werkauschuss demnächst noch einmal mit dem
Antrag befassen, ob im gemeindlichen Bauhof eine Basisstation
stehen kann.
Die Computermesse Systems in München brachte nun neues Leben in
die Diskussion um den DSL-Ausbau im Landkreis. In einer
Presserklärung anlässlich der Eröffnung machte die Telekom nun
der Gerüchteküche um neue T-DSL-Light-Variante mit geringerer
Bandbreite offiziell ein Ende.
DSL-Interessenten, für die bislang die Leitung zur
Vermittlungstelle mit 768 kbit/s zu lang war, können demnächst
mit 384 kbit/s Daten aus dem Netz saugen und mit 64 kbit/s selbst
Dateien verschicken. Allerdings verdoppelt sich damit der
Einzugsradius nicht wie erhofft von 3,5 auf sieben Kilometer,
sondern lediglich um 200 bis 300 Meter. Der genaue Starttermin
wurde noch nicht genannt, aber laut Informationen des
Bürgernetzverein ist mit Mitte November zu rechnen.
"Durch feinere Messmethoden, neueste Erkenntnisse bei den
realen Dämpfungswerten sowie Reduzierung des Störabstandes im
Kabel zum Kunden erzielen wir einen Reichweitengewinn von maximal
knapp einem Kilometer", so Telekom-Vorstand Josef Brauner
auf der Systems 2002. Das ist auch die Erklärung dafür, dass
beim Bürgernetzverein schon in letzter Zeit vor allem aus
Ilmmünster Anfragen kamen, warum DSL teilweise beim Nachbarn nun
doch "gehe" und in anderen Straßenzügen nicht. Es
sind oft nur wenige Meter, die darüber entscheiden, ob es reicht
oder nicht. "Wir sind mit der Telekom im Gespräch, um
rechtzeitig bis Mitte November zu klären, wie wir die Teilnehmer
unserer Aktion herausfiltern, wo DSL unter maximaler Ausnutzung
auch der Light-Variante ab Mitte November ein DSL-Anschluss
schaltbar ist", so laut Jörg Bucher, Leiter der
Bürgernetzaktion, zur weiteren Vorgehensweise im
Bürgernetzverein.
Denn viele Landkreissurfer würden einen DSL-Anschluss mit
geringerer Bandbreite akzeptieren, auch wenn sie genauso viel
bezahlen müssten wie für einen normalen DSL-Anschluss. Denn nur
unter Nutzung der DSL- Technik lassen sich auch kostengünstige
Zugangstarife buchen (volumenbegrenzte Flatrates ohne Zeitlimit),
die bereits ab fünf pro Monat angeboten werden. Eine
Übersicht dazu findet man ebenfalls unter www.paf-dsl.de
erstellt am 23.10.2002
Jörg Bucher
inhalt | karten | kontakt | technik | hilfe | zahlen | aktuell