Artikel vom 18.08.2005 Original
im Pfaffenhofener Kurier
Siehe auch Infos zur Technik Highspeed Internetzugang mit Fernsehkabel
Internetzugang per Fernseh-Kabel schon 2006 ?
Bisher schaltet man seinen Zugang zum Internet vorwiegend über das Telefonkabel der Telekom, egal ob analog per Modem, ISDN oder DSL. Wohl eher eine geringe Anzahl Surfer im Landkreis nutzen die gänzlich drahtlose Zugangstechniken WLAN bzw. UTMS oder per Satellit allerdings mit Steuerung wiederum über das Telefonkabel der Telekom als Rückkanal. Wie schon auf dem M"net-Infoabend vor wenigen Wochen angedeutet, wird nach Informationen des Bürgernetzvereins bei genügend Interesse bald eine neue Zugangstechnik per TV-Kabel erstmalig im Landkreis zur Verfügung stehen. Vertreter der Kabel Deutschland GmbH mit Sitz Unterföhring bei München (KDG) stellten dieser Tage Tage auf Initiative der Bürgermeister die Möglichkeiten der neuen Zugangstechnik im Sitzungssaal des Scheyerer Rathaus vor, zu dem Bürgermeister Albert Müller eingeladen hatte.
Kabel Deutschland bietet den Internetzugang per Fernsehkabel (Produktname "Kabel Highspeed") zur Zeit in mehreren deutschen Großstädten an, in Bayern neben München, in Bayreuth und in Bamberg, weitere Städte werden im Herbst ausgebaut bzw. sind in Planung. "Der Vorteil der neuen TV-Kabeltechnik liegt für unseren Landkreis in der hohen Geschwindigkeit und zwar vor allem unabhängig von der Reichweite. Das Preis-/ Leistungsverhältnis der KDG-Tarife ist zwar gerade bei den hohen Bandbreiten teurer. Aber mit der Fernseh-Kabeltechnik wäre der Internetzugang mit bis zu 5600 kbit/s auch in sehr weit entfernten Haushalten wie z.b. in Reichertshausen tatsächlich realisierbar. Im Gegensatz zu den klassischen Anbietern, die über das Telefonkabel ins Haus kommen. Deren Highspeed macht je nach Kupferdrahtqualität manchmal ja schon in Hettenshausen schlapp" so eine erste Einschätzung von Jörg Bucher, dem Initiator der Aktion "Internetz schnell + günstig für ALLE" im Bürgernetzverein.
Auch wenn einige Neubaugebiete historisch bedingt nicht verkabelt wurden, die Aussicht auf Lösung der Reichweitenproblematik lies auch die anwesenden Bürgermeister im Scheyerer Rathaus aufhorchen. "Damit unser Fernsehkabel auch interaktiv für den Internetzugang funktioniert, muss in den meisten Fällen lediglich der hausinterne Signalverstärker im Keller von einem ortsansässigen Fernsehtechniker ausgetauscht werden. Ebenso müssen wir aber auch alle unsere Schaltkästen in den jeweiligen Straßenzügen auf die bidirektionale Technik umrüsten" erläuterte Vertriebsdirektor Dr. Dieter Rittich. Gerade für die neuen Schaltkästen seien nicht unerhebliche Investitionen nötig, welche sich normalerweise nur in den Großstädten rentieren.
Dass man bei KDG gerade im Landkreis Pfaffenhofen aufgrund der Initiative der Bürgermeister eine Ausnahme plane, stelle für Bayern schon Pilotcharakter dar. Deshalb offenbarte Dr. Rittich auch eine weitere entscheidende, wirtschaftliche Bedingung: Mindestens 400 der 9000 bereits mit TV-Kabel versorgten Wohneinheiten aus den Gemeinden Ilmmünster, Hettenshausen, Scheyern, Reichertshausen und Pfaffenhofen müssen im ersten Ausbauschritt bis zum Herbst einen verbindlichen Antrag unterschreiben, um voraussichtlich ab Frühsommer 2006 den Highspeed-Zugang auch wirklich nutzen zu können. Mit den Bürgermeistern wurde vereinbart, nach den Sommerferien und nach Rücksprache in den jeweiligen Gemeinderäten gegebenenfalls auch spezielle Informationsabende für interessierte Kabelbesitzer anzubieten, um allerspätestens bis Mitte November genügend verbindliche Aufträge vorliegen zu haben. Kabel Deutschland baut auf die Zufriedenheit seiner Kunden. So beträgt die Mindestvertragsdauer auch nur 6 Monate, die Kündigungsfrist danach 6 Wochen.
Der 1. Vorsitzende Matthias Hofbauer des Bürgernetzvereins begrüßt das Engagement grundsätzlich: "Denn egal ob Kabel, drahtlos oder Kupferdraht, Konkurrenz belebt nicht nur das Geschäft sondern bringt uns Impulse für die zukünftige Entwicklung der Telekommunikationstruktur in Landkreis ! Auch wir werden über unseren vereinsinternen Newsletter in den nächsten Tagen eine Umfrage bei unseren Mitgliedern starten, um abzuschätzen wie groß das Echo in etwa sein wird" Neben Preisvergleichen informiert der Bürgernetzverein zu der neuen Technik auf seiner Spezialseite www.paf-dsl.de und bietet dort auch ein Formular an, über das Kabelnutzer jetzt schon ihr Interesse anmelden können. Auch Karten-Material und Listen mit allen Straßennamen der ersten Ausbaustufe werden laut Bucher ab dem Wochenende von der KDG zur Verfügung gestellt.
erstellt am 09.08.2005
Jörg
Bucher
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