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Siehe auch Infos zu Kabel Highspeed
Internetzugang mit Fernsehkabel |
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Original aus dem Pfaffenhofener Kurier vom 23.10.2005
Kabelprojekt erhält Gegenwind von der Telekom Nur Taktik?
Kritische Stimmen zum plötzlichen Sinneswandel in Sachen DSL im südlichen Landkreis
Reichertshausen (mha) Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft – und macht bisweilen Dinge möglich, die lange Zeit nicht machbar waren. Kaum dass die Pläne der Kabel Deutschland GmbH, im südlichen Landkreis (Scheyern, Ilmmünster, Hettenshausen und Reichertshausen) ein Pilotprojekt für einen Highspeed-Internetzugang per Fernsehkabel zu starten, größere Kreise gezogen haben, ist plötzlich auch Bewegung in die Verhandlungen mit der Telekom in Sachen DSL gekommen. Das teilte der Reichertshausener Bürgermeister Reinhard Heinrich beim Informationsabend über das Kabelinternet mit, der auf riesiges Interesse stieß: Rund 200 Besucher füllten das Pfarrheim in Reichertshausen bis auf den letzten Platz.
Bereits seit vier Jahren bemühe sich die Gemeinde Reichertshausen darum, so Bürgermeister Reinhard Heinrich "dass die schnelle DSL-Technik auch in unserer Gemeinde Einzug hält." Doch alle Verhandlungen seien nahezu ergebnislos verlaufen. Und auch beim Pfaffenhofener Bürgernetzverein erinnert man sich nur zu gut an ein "Round-Table-Gespräch" im Sommer 2002 mit dem örtlichen Telekom- Niederlassungsleiter im Landratsamt. Jörg Bucher, der die Aktion "Internet schnell und günstig für ALLE" im Bürgernetzverein seit 2001 koordiniert: "Genau die Outdoor-Technik, die jetzt zum Einsatz kommen soll, wurde damals als wirtschaftlich nicht machbar vom Tisch gewischt. Die Telekom hatte es sogar abgelehnt, sich mit einem kostengünstigen Lieferanten an einen Tisch zu setzen."
Jetzt aber habe beispielsweise der Scheyerer Bürgermeister Albert Müller gegenüber dem Bürgernetzverein aus Gesprächen mit Bürgern bestätigt, dass die TCom in letzter Zeit verstärkt Werbung für die Light-Version ihres Produkts T-DSL mit "abgespeckter" Bandbreite und niedrigeren Übertragungsgeschwindigkeiten mache. Jörg Bucher erklärt dazu: "Es gibt nicht nur im Bürgernetzverein viele Stimmen, die sich wundern, dass diese Technik nun plötzlich ab Dezember 2005 auch für Reichertshausen ohne Aufpreis zu buchen sein soll, was noch im Juni angeblich nur nach Vorkasse von 100 000 Euro seitens der Gemeinde realisierbar war."
Beim zeitlichen Zusammenhang der DSL-Offensive der TCom mit den Plänen der Kabel Deutschland will deshalb niemand mehr an einen Zufall glauben. Zumal das Kabel-Pilotprojekt nicht nur im Internet Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 8200 kbit/s erlaubt, sondern zusätzlich kostenloses Telefonieren im Kabelverbund, womit es in ein weiteres klassisches Geschäftsfeld der Telekom einbricht.
"Aus Sicht des Bürgernetzvereins erfährt das Pilotprojekt nun eindeutig Gegenwind durch die T-Com", kommentiert Jörg Bucher den plötzlichen Sinneswandel der Telekom. Und auch der Reichertshausener Bürgermeister Reinhard Heinrich hält es für bezeichnend, "dass die Telekom im Großen und Ganzen nur die Gebiete freigibt, welche auch Kabel Deutschland erschließen kann bzw. will". "Man muss sich nunmehr genau überlegen, auf welches Pferd man setzt", empfiehlt das Gemeindeoberhaupt. Sowohl bei der Gemeinde als auch beim Bürgernetzverein hat man Bedenken, dass der Vorstoß der T-Com schwer wiegende Folgen für das Kabelprojekt haben könnte: Nur wenn nämlich bis Ende November 400 Anschlüsse unter Dach und Fach sind, rechnet sich das Pilotprojekt nämlich für die KabelDeutschland.
Bürgermeister Reinhard Heinrich sieht die "große Gefahr", dass "durch das plötzliche Angebot der Firma Telekom die erforderlichen Unterschriften nicht zustande kommen" und beim Bürgernetzverein hofft man, "dass das Pilotprojekt von Kabel Deutschland nicht zu Fall gebracht wird." Dort wittert man "System": Sollte dieses wirklich erfolgreich torpediert werden, warnt ein Insider, könne niemand die Garantie übernehmen, dass sich die T-Com auch dann noch an Zusagen, die sie jetzt womöglich macht, erinnert bzw. diese einlöst.
Auch beim Landkreis setzt man laut Harald Wunder, Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung im Landratsamt, auf einen Erfolg der Highspeed-Initiative: "Wir sehen in dem Projekt eine einmalige Chance für unseren Wirtschaftsstandort, sich vom Leitungsmonopol der Telekom erstmalig abzukoppeln. Mit einem alternativen Leistungsanbieter schaffen wir erstmalig eine weitere Basis, um bei den zukünftig sicherlich rasanten Entwicklungen innerhalb der Telekommunikations-Technologien auch mal abseits der Großstädte mithalten zu können." Dabei beobachtet man nicht nur im südlichen Landkreis die Aktivitäten zum Highspeed-Internetzugang mit Interesse. Karl Huber, Bürgermeister von Ernsgaden: "Wir können ebenfalls ein Lied davon singen, was für Auswirkungen es konkret hat, wenn man ausschließlich auf das Leitungsnetz der T-Com angewiesen ist. Seit Jahren bemühen wir uns erfolglos um den T-DSL-Ausbau." Sollte das Pilotprojekt im südlichen Landkreis erfolgreich verlaufen, werde man an Kabel Deutschland herantreten und für eine zweite Ausbaustufe im Norden plädieren.
Beim Informationsabend im Reichertshausener Pfarrheim zeichnete sich ein deutliches Meinungsbild ab: Eine Probeabstimmung per Handzeichen endete mit einer klaren Mehrheit für das Kabelprojekt. Weitere Informationen beim Reichertshausener Verwaltungsleiter Klaus Burgstaller, Tel. (0 84 41) 8 58 20, beim Bürgernetzverein unter www.paf-dsl.de oder direkt bei den Repräsentanten der Kabel Deutschland Endler, Tel. (09 11) 2 52 41 90, und Buxeder, Tel. (0 89) 62 23 02 88.
Gegenwind für Projekt Kabel-Highspeed durch T-Com ?
1. Gemeinde Reichertshausen: T-DSL-Light noch lange kein Highspeed
Über 150 Besucher füllten den Saal im Pfarrheim bis auf den letzten Platz beim Infoabend der Gemeinde Reichertshausen. Von dem enormen Interesse am geplanten Ausbau der Highspeed-Internetzugänge per Fernseh-Kabel war man auch im Bürgernetzverein überrascht. Sogar Hausherr Pater Jacek half mit beim Austeilen der Tischvorlagen. Er "gestand" übrigens in einem Gespräch am Rande, daß er nicht nur an einem guten "Draht" zum Herrgott interessiert sei, sondern auch an einen schnellen, irdischen Draht zum Web.
Gleich zu Beginn deutete Bürgermeister Reinhard Heinrich an, daß die defizitäre Versorgung der Gemeinde mit breitbandigen Internet und der seit vier Jahren stetige Kampf seitens der Verwaltung nun einen weiteren Hoffungschimmer seitens der T-Com erhalten habe. Nach der sehr informativen Highspeed-Präsentation durch Reinhard Endler von der Kabel Deutschland GmbH wurde Geschäftsleiter Klaus Burgstaller dann konkret: Laut einem Schreiben an die Gemeinde (des Vertriebsmanagements Bayern) wolle T-Com noch dieses Jahr T-DSL zur Verfügung stellen. Wie Burgstaller im Detail weiter ausführte allerdings nicht flächendeckend. Die Ortsteile Steinkirchen, Pischelsdorf, Langwaid, Haunstetten, Paindorf blieben weiterhin außen vor. Der Ortskern Reichertshausen würde nach den Plänen der Telekom zum Jahresende zu 70 % mit T-DSL bis zu 6 Mbit/s erreichbar sein.
Für den Ortskern Reichertshausen will T-Com eine ganz "neue" DSL-Technik einsetzen. Hierzu werden drei von fünf Schaltkästen (KVz) mit Outdoor-DSLams "überbaut". Mit dieser Outdoor-Variante verstaut die T-Com ihre DSL-Ports aus der bisher zuständigen Vermittlungstelle in der Pfaffenhofener Kellerstraße nun 7 km weiter südlich nach Reichertshausen in die Schaltkästen vor Ort und kann damit bei 70 % aller bestehenden T-Com-Anschlüsse Datenraten bis zu 6000 Kbit/s anbieten. Die Planungen hierzu sind bereits im Juni erfolgt. Anträge zur T-DSL-Anschaltung können laut T-Com ab dem 05.12.2005 direkt über die T-Com-Punkte oder auch über alle anderen bekannten Reseller von 1&1 bis web.de möglich, die zum Teil mit erheblich günstigeren Konditionen ( Laufzeiten und Hardwaresubenventionen) anbieten als das "Original".
Ein abschließendes Stimmungsbild per Handzeichen unter den Besuchern im Pfarrheim zeigte augenscheinlich eine alle motivierende und deutliche Unterstützung für das Pilot-Projekt Kabel-Highspeed ähnlich wie schon eine Woche zuvor beim Infoabend in Scheyern.
2. Bürgernetzverein Pfaffenhofen: Gegenwind für Projekt Kabel-Highspeed durch T-Com ?
Aus Sicht des Bürgernetzvereins erfährt das Pilot-Projekt nun eindeutig Gegenwind durch die T-Com und zwar bezogen auf den gesamten südlichen Landkreis. So bestätigte z.B. auch Bürgermeister Müller aus Scheyern gegenüber dem Bürgernetzverein aus Gesprächen mit Bürgern, daß T-Com in den letzten Tagen vermehrt Kunden in Scheyern anrufe, um diese von der "abgespeckten" Light-Variante ihres Produkts T-DSL zu überzeugen. "Im Rahmen eines Betriebsversuches zum Jahresende schaltet T-Com nun doch zusätzliche Leitungen frei, deren Reichweiten aufgrund T-Com--interner Qualitätsvorgaben bisher als untauglich für T-DSL eingestuft wurden" wundert sich Jörg Bucher, der die Aktion "Internet schnell und günstig für ALLE" im Bürgernetzverein seit 2001 koordiniert. Laut Klaus Neuendank von der T-Com-Geschäftssteuerung habe die T-Com nach erfolgreichen Abschluß von Betriebsversuchen (in anderen Anschlussbereichen) kurzfristig beschlossen, auch Scheyern (in eine Ausweitung des Betriebsversuches) einzubeziehen und die Grenzwerte der Leitungsdämpfung von 50 nun auf 55 dB heraufzusetzen, so daß in Scheyern eine Abdeckung von 50 % erreicht werden kann wenn auch nur mit "abgespeckter" Bandbreite T-DSL light.
Von der Lockerung dieser Grenzwerte würden auch die Gemeinden Hettenshausen und Ilmmünster mit einer 80% Abdeckung mit zumeist 1-Mbit-Bandbreite profitieren. Insbesondere aber auch die Ortsteile außerhalb des Ortskerns von Reichertshausen erfahren nach den aktuellen T-Com-Zahlen mit Lausham und Oberpaindorf eine fast 100 % Abdeckung. In Oberpaindorf lassen sich nun knapp 70 % erschliessen. Auch wenn in diesen Ortsteilen meist nur 384 Kbit/s "tröpfeln" wird, bleiben alle anderen Ortsteile aufgrund historisch bedingter, ungünstiger Leitungsumwege weiterhin vom Breitband-Internet gänzlich abgeschnitten.
Beim Bürgernetzverein sieht man die plötzliche Bewegung der T-Com mit einem lachenden aber auch weinenden Auge. "Wir können uns noch gut daran erinnnern, wie der Niederlassungsleiter der Telekom im Sommer 2002 bei einem round-table-Gespräch im Landratsamt den Einsatz genau dieser jetzt eingesetzten Outdoor-Technik für wirtschaftlich nicht machbar vom Tisch wischte. Die Telekom hatte es sogar abgelehnt sich mit einem kostengünstigen Lieferanten an einen Tisch zu setzen. Der mußte vor der Tür warten !" erinnert Bucher . Insofern gäbe es nicht nur im Bürgernetzverein Stimmen, die sich darüber wundern, daß man diese Technik nun plötzlich ab Dezember für Reichertshausen ohne Aufpreis buchen könne, was noch im Juni angeblich nur nach Vorkasse 100.000 Euro seitens der Gemeinde realisierbar war.
Es gäbe auch viele Stimmen gerade im Lager der Highspeed-Fans und im pafnet.de, welche "System" wittern hinter dem ungewöhnlich früh gewählten Zeitpunkt der T-Com-Bekanntmachung an die Gemeinde. "Denn der lokale Markt ist nun mal begrenzt und die Abgabefrist der 400 notwendigen Highspeed-Anträge fällt 'zufälligerweise' ebenfalls auf den 1. Dezember. Insofern hoffen auch wir sehr, daß mit dem plötzlichen T-Com-Engagement das Pilot-Projekt von Kabel Deutschland nicht zu Fall gebracht wird. Denn da kommt noch massiv Werbung speziell auch von Seiten der örtlichen T-Com-Vertriebspartner" so die Befürchtungen von 1. Vorstand Matthias Hofbauer.
3. Landkreis Pfaffenhofen: Kabel Highspeed Chance für unseren Wirtschaftsstandort
Auch beim Landkreis setzt man laut Harald Wunder, Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung im Landratsamt, auf einen Erfolg des Highspeed-Piloten von Kabel Deutschland. "Konkurrenz belebt offensichtlich das Geschäft. Wir sehen in dem Projekt eine einmalige Chance für unseren Wirtschaftsstandort sich vom Leitungs-Monopol der Telekom erstmalig abzukoppeln. Mit einem alternativen Leitungsanbieter schaffen wir erstmalig neue Gleise. Einfach eine weitere zusätzliche Basis, um bei den zukünftig sicherlich rasanten Entwicklungen innerhalb der Telekommunikations-Technologien auch mal abseits der Großstädte mithalten zu können".
Nicht nur im südlichen Landkreis beobachtet man die Aktivitäten um Kabel Highspeed mit Wohlwollen. "Wir können ebenfalls ein Lied davon singen, was für Auswirkungen es ganz konkret hat, wenn man auschliesslich auf das Leitungsnetz der T-Com angewiesen ist. Seit Jahren bemühen wir uns bei T-Com erfolglos um den T-DSL-Ausbau. Sollte der Pilot im südlichen Landkreis erfolgreich verlaufen, werden wir an Kabel Deutschland herantreten und für eine zweite Ausbaustufe im Norden plädieren. Immerhin bringen die Aktvitäten offensichtlich auch Bewegung in die Planungen von T-Com" so Bürgermeister Karl Huber aus der nördlichen Gemeinde Ernsgaden. Denn nach jüngsten Informationen denke T-Com bereits an einen Ausbau aller 530 Haushalte in Ernsgaden Anfang 2007.
Darüber hinaus haben der Bürgernetzverein und T-Com gemeinsam die weißen DSL-Flecken auf der südlichen Landkreiskarte 08441 + 08137 in Form einer Abschätzung zusammengezählt. "Auch wenn zum Jahresende nun mehr als 13.000 Haushalte an T-DSL anschließbar sind, bleiben trotz des aktuellen Engagements der T-Com immer noch ca. 1300 Haushalte von der schnellen DSL-Welt abgeschnitten" so Buchers Fazit. Der Bürgernetzverein bittet deshalb dringend alle Interessenten über seine Spezialseite www.paf-dsl.de die Email-Adresse zu hinterlassen, damit man die Bürger schnell und aktuell über die weitere Entwicklung der Projekte auf dem Laufenden halten bzw. auf Änderungen reagieren kann. Aktuell findet man dort auch alle Infos zu den T-DSL-Bundles diverser Reseller.
erstellt am 16.10.2005
Jörg
Bucher
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